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Ein Nachsatz

Hin und wieder wird – insbesondere aus dem Kreis ehrenamtlicher Flüchtlingsbegleiter/innen – geäußert, meine Honorarforderungen oder auch schon der verlangte Gebührenvorschuss seien nicht tragbar und/oder unangemessen.

Dem ist zum einen entgegenzuhalten, dass eine qualifizierte anwaltliche Vertretung nur dann erbracht werden kann, wenn auch eine Vergütung erfolgt, die den zeitlichen und finanziellen Aufwand des Rechtsanwalts kompensiert. Anderenfalls ist dieser gezwungen, sich einem anderen Tätigkeitsfeld zuzuwenden. Ob den Rechtsuchenden damit geholfen ist, mögen die erwähnten Kritiker selbst entscheiden. Um eine Dienstleistung auf möglichst hohem Niveau zu erbringen, entstehen nicht nur erhebliche Kosten für Büromiete und Personal, sondern auch für die stete (Weiter-)Qualifizierung im Bereich des Migrationsrechts. Für Fortbildungen und die Nutzung juristischer Fachliteratur und Datenbanken (juris, beck-online, Hypertextkommentar u.a.) fallen so jährlich Kosten in Höhe von 3.500-4.000 € an. Die Entgelte für diese Kostenpositionen – welche maßgeblich und oftmals entscheidend zum Erfolg der Mandatsbearbeitung beitragen – sind übrigens auch von mir im Voraus an die jeweiligen Dienstleister zu entrichten.

Zum anderen möge Folgendes betrachtet werden: Eine Stundung der Gebühren stellt sich für den Rechtsanwalt nicht anders dar, als gewährte er der Mandantschaft ein entsprechendes Darlehen, so dass diese damit die – wie oben dargelegt, gesetzlich vorgesehene und auch im Übrigen begründete – Vorschusszahlung leisten kann. Wenn auch im konkreten Fall einmal nichts gegen die Einräumung eines Darlehens sprechen sollte, so gilt dies jedoch gleichermaßen auch in Bezug auf den eingangs erwähnten Personenkreis. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn der Ausgleich der hier anfallenden Gebühren mihilfe eines von Dritten (Ehrenamtliche, Sozialarbeiter/innen, etc.) gewährten Darlehens erfolgt. Selbstverständlich wird nicht verkannt, dass es sich bei diesen Personen regelmäßig nicht um berufsmäßige Geldverleiher handelt – bei einem Rechtsanwalt ist dies allerdings ebensowenig der Fall.

  Bild (Justitia - Deutsche Gesetze): Susann von Wolffersdorff / pixelio.de